Vom Koch zum Superwinzer

  • 19 October 2013
  • Redakteur

Miquel Gelabert war einst Gastronom mit einem ausgeprägtem Hang zu guten Tropfen. Lange Zeit übte er sich parallel in beiden Disziplinen. Dass sich der Workaholic dabei übernahm, führte sein Arzt ihm nach wenigen Jahren vor Augen. So musste sich Miquel für eine seiner Passionen entscheiden.

Kochlöffel oder Refraktometer? Da musste der stolze Mallorquiner aus Felanitx nicht lange überlegen, denn sein Lebenselixier ist der Wein. Mit dem 1999er Chardonnay begann der große Durchbruch. Der Wein heimste eine Auszeichnung nach der anderen ein und stellte beim „Weinsalon in Madrid“ 2001 so manches Gewächs des Festlandes in den Schatten. „Ganz ehrlich, das hat uns viele Türen geöffnet“, sagt Miquel Gelabert bescheiden, während er uns durch die Bodega führt. So begann ohne Winzerlehre und Weinbaustudium die Erfolgsgeschichte Gelaberts. Als Autodidakt bereichert er die mallorquinsche Weinbranche ungemein, da sind wir uns mit seinen Kollegen einig.

Zusammen mit seinem familiären Team gilt Miquel als Mallorcas experimentierfreudigster Winzer. 45 verschiedene Rebsorten – erlaubte, wie verbotene – baut er auf neun Hektar an, das macht ihn zum Rekordhalter. Neben Callet, Gargollassa und Muscat findet man Exoten wie Jaumillo, Carmenere, Xarel-lo und Riesling.